Windenergie

Windpark

Windparks sind für Rotmilane und andere Greifvögel ein sehr gefährlicher Ort. Einerseits ziehen die Freiflächen unter den Rotoren die Vögel zur Nahrungssuche an, andererseits aber werden Sie leicht Opfer der schnellen Rotorblätter. © Christian Gelpke

Rotmilane und Windenergie

Die seit mehr als 20 Jahren stetig steigende Zahl von Windenergieanlagen stellt für einige Tierarten ein ernstzunehmendes Problem dar. Fledermäuse und Greifvögel sind besonders stark von tödlichen Kollisionen mit den schnell rotierenden Rotorblättern betroffen.

Nach dem Mäusebussard liegt der Rotmilan auf dem zweiten Platz der häufigsten registrierten Kollisionsopfer an Windenergieanlagen. Heute sind Kollisionen mit Windenergieanlagen die häufigste gemeldete Todesursache bei Rotmilanen in Deutschland.

Wie kommt das? Der Rotmilan ist zur Jagd auf Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation angewiesen. Das bieten in intensiv genutzten Ackerbaugebieten vom Frühjahr bis zur Ernte oft nur die Freiflächen unter den Rotoren. Die Vögel jagen dann genau dort und kollidieren mit den Rotoren.

Eine Analyse der Kollisionsopfer in Brandenburg aus dem Jahr 2013 ergab, dass dort an den 2012 existierenden 3.044 Anlagen jährliche Kollisionsverluste von 308 Rotmilanen zu erwarten sind. Das entspricht einem Anteil von 3,1 % des Rotmilan- Bestandes nach der Brutzeit. Damit bewegen sich die Verluste bereits an der Grenze zur Beeinträchtigung der Population.

Zur Vermeidung von Kollisionen sollte in wichtigen Greifvogel- und Fledermauslebensräumen der Bau von Windenergieanlagen vermieden werden. Besonders wichtig ist die Einhaltung von Mindestabständen zwischen Windenergieanlagen und Brutplätzen. Zu Rotmilanhorsten sollte ein Mindestabstand von 1500 m eingehalten werden, und in einem Umkreis von mindestens 4000 m sollten wichtige Nahrungsräume und Flugkorridore frei gehalten werden.

Auch Hoch- und Mittelspannungsleitungen sind eine Gefahr für große Vögel wie den Rotmilan. Sie kollidieren mit den Leitungen selbst oder ziehen sich beim Landen auf ungesicherten Masten tödliche Stromschläge und Verbrennungen zu. Dagegen helfen auffällige Markierungen und die Umrüstung von gefährlichen Masten.

 

 

 

Rotmilan tot an Windkraftanlage

Rotmilane sind häufige Opfer an Windenergieanlagen. © Christian Gelpke